Hurghada klingt nach Sonne, All-Inclusive, Rotem Meer und Abschalten. Doch wie fühlt sich dieser Urlaub wirklich an, wenn man mit Kind und Kegel tatsächlich vor Ort steht? Und welche Ausflugsmöglichkeiten Hurghada lohnen sich besonders für Familien? Genau das haben wir für Sie ausprobiert. Fünf Tage im Giftun Resort. Und wir haben nicht nur am Pool gelegen, sondern das Land bewusst erkundet, weil uns die reine Hotelblase ehrlich gesagt zu wenig war. In diesem Guide gehen wir Schritt für Schritt durch, was Sie erwartet: von der Einreise über das Hotel bis zu den besten Touren. Nüchtern. Ohne Hochglanzprospekt-Romantik. Manche kommen jedes Jahr wieder und lieben es. Andere fragen sich schon nach drei Tagen, wie sie die Woche überstehen sollen. Zu welcher Gruppe gehört Ihre Familie? Damit Sie das vorher wissen, teilen wir hier unsere ganz persönlichen Erfahrungen.

1. Ankunft in Hurghada: Einreise, Visum und die ersten Schritte
Bei uns begann der Urlaub schon auf der heimischen Couch mit dem Online-Checkin. Das können Sie natürlich auch am Flughafen erledigen, doch der bequeme Weg spart Nerven, wenn Kinder dabei sind. Und glauben Sie mir: mit Kindern zählt jede eingesparte Minute Warteschlange. Spannend wird es nach der Landung. Sie steigen aus, die warme Luft schlägt Ihnen entgegen und Sie merken sofort: Hier sind Sie nicht mehr in Europa. Viele Menschen, viel Trubel, direkt die ersten Hinweise auf ein Foto- und Filmverbot.
Am Terminal 1 laufen Sie durch den Fluggastbrücken-Rüssel ins Gebäude und dann einen langen Flur nach links hinunter. Halten Sie Ihre Kinder hier an der Hand. Es wird eng und wuselig.
1.1 Geld abheben und Visum bezahlen
Die erste wichtige Maßnahme: Geld abheben. Und zwar genug, damit Sie später am Hotel nicht noch einmal an den Automaten müssen, denn dort langt man bei den Gebühren ordentlich zu. Mit dem Bargeld gehen Sie zum Visumschalter. Das Visum muss bar bezahlt werden, planen Sie das unbedingt ein. Danach folgt die Passkontrolle, das Gepäckband und schließlich der Ausgang.
1.2 SIM-Karte als Gamechanger
Direkt vor dem Ausgang gibt es SIM-Karten. Das war für uns der absolute Gamechanger. Wir haben rund 15 Euro für 20 GB bezahlt, ein Traumpreis. Online-SIMs oder eSIMs sind deutlich teurer, und die Hotel-Angebote sowieso. Für Familien ist so eine Karte Gold wert: zur Orientierung, für die Kommunikation und um unterwegs schnell mal eine Tour zu buchen. Aus eigener Erfahrung: Machen Sie das gleich, bevor Sie das Terminal verlassen.
2. Vom Flughafen zum Hotel: Transfer-Optionen im Vergleich
Direkt über die Straße vor dem Flughafen warten Busse, Taxis und Uber-Fahrer. Die Preise liegen grob zwischen 100 und 500 ägyptischen Pfund, je nach Fahrer und Verhandlungsgeschick. Die Busse gehören zu den Pauschalveranstaltern. Wir haben diese Transfers bewusst nicht mitgebucht, denn wenn man sie schon in der Pauschalreise anklickt, zahlt man am Ende drauf.
Für Familien mit Kindern gilt: Achten Sie auf genügend Platz für Gepäck und fragen Sie nach Sitzgelegenheiten für die Kleinen. Handeln Sie den Preis freundlich, aber bestimmt aus. Übrigens: Das strikte Foto- und Filmverbot kommt daher, dass das gesamte Flughafengelände auch militärisch genutzt wird. Also Handy weg. Warum unnötig Ärger riskieren, bevor der Urlaub überhaupt richtig losgeht?

3. Das Hotel als Basis: Was Familien erwarten können
Wir wohnten im Giftun Resort, dem ältesten Hotel in ganz Hurghada. Über 40 Jahre alt. Als man mit dem Bau begann, gab es hier noch kein einziges anderes Hotel, ein historisches Foto in der Lobby zeugt davon. Und ja, dieses Alter merkt man an allen Ecken und Enden.
Das Buffet und die Außenanlagen sind erstaunlich sauber, und das Essen war unfassbar lecker. Meine Frau hatte ehrlich Angst, denn wir sind beide etwas empfindlich, was fettiges oder scharfes Essen angeht. Doch uns ging es blendend. Selbst nach fünf Tagen hatten wir noch Lust aufs Buffet. Gäste, die schon 14 Tage hinter sich hatten, meinten allerdings, das Angebot wiederhole sich irgendwann. Am besten schmeckten uns das Brot, die Fleischgerichte und alles Süße. Ich erinnere mich noch gut an den frisch gepressten Orangensaft, der extra kostet, das Geld aber absolut wert ist.
3.1 Kinderfreundliche Animation
Abends gibt es Animation für alle, die noch nicht ins Bett wollen. Das Schöne: Es ist kinderfreundlich, ohne nervig zu sein. Die Kinder durften mitsingen und mittanzen, aber es kippte nie in dieses überdrehte Kinderhotel-Gefühl. Eine angenehme Balance. Genau das, was Familien brauchen.
3.2 Zimmerstandard realistisch einschätzen
Die Zimmer sind, ganz ehrlich, alt. Hier und da eine schiefe Fliese, knarzendes Holz, eine leicht schiefe Steckdose. Das gehört in diesem Land einfach dazu. Erwarten Sie keinen europäischen Luxusstandard wie im Hotel Vier Jahreszeiten. Es tut seinen Zweck und ist absolut in Ordnung. Die Inklusiv-Cocktails schmecken eher mäßig, die bezahlten sind deutlich besser. Es gibt einen eigenen Strandabschnitt mit Steg, zwei Strandrestaurants, einen Wellnessbereich und so viel Platz, dass Sie das Resort gar nicht verlassen müssten. Aber genau dafür sind wir nicht gereist.
4. Umgang mit Verkäufern, Trinkgeld und Einheimischen
Im Hotel ist alles entspannt. Das Personal spricht oft Deutsch und lässt Sie in Ruhe. Höchstens am Pool wird einmal ein Drink oder eine Massage angeboten, doch ein klares „La Schukran” (nein danke) wird respektiert.
Draußen sieht es anders aus. Vor dem Hotel werden Sie als wandelnder Geldbeutel wahrgenommen. Kaum ein Schritt ohne Ansprache. Alle wollen etwas verkaufen, und die Verkäufer wissen genau, dass Touristen auf Gastfreundschaft stehen. Da heißt es plötzlich: „Ach, meine Tante wohnt auch in Hamburg!” Das gehört zur Mentalität. Handeln ist Teil des guten Tons, aber bleiben Sie fair. Die Menschen leben davon.

4.1 Kinder als Verkäufer, ein emotionales Thema
Das für uns Schwerste waren die Kinder, die schon losgeschickt werden, um Armbänder und Schmuck zu verkaufen. Das ging uns wirklich ans Herz. Für Familien ist das ein sensibles Thema. Erklären Sie Ihren eigenen Kindern ruhig und ehrlich, warum diese Kinder arbeiten müssen. Und so hart es klingt: Kaufen Sie nichts aus Mitleid. Sie unterstützen damit ein System, das genau diese Kinderarbeit am Leben hält.
5. Ausflugsmöglichkeiten Hurghada im Überblick: Welche Touren lohnen sich?
Dieses Land bietet so viel mehr als nur das Rote Meer. Die Bandbreite der Ausflugsmöglichkeiten Hurghada reicht von Wüstensafaris über Bootstouren bis zu kulturellen Erlebnissen mit Einheimischen. Für Familien mit Kindern sind drei Kriterien entscheidend: Dauer, Anstrengung und die Eignung für die Kleinen.
Grob gesagt: Bootstouren sind entspannt und ruhig, die Wüstensafari ist lang und action-arm, und die kulturellen Ausflüge in die Altstadt sind aufregend, fordern aber etwas Vorbereitung. Was passt zu Ihrer Familie? Wer die verschiedenen Ausflüge Hurghada nach Erlebniswert abwägt, sollte für kleine Kinder eher die kürzeren, wasserlastigen Touren wählen. Und noch ein Tipp am Rande: Die guten Hurghada Touren buchen Sie fast immer günstiger vor Ort als über den Veranstalter.
6. Wüstensafari als Hurghada Tagesausflug: Ehrliche Erfahrung
Der gesamte Ausflug dauerte knapp acht Stunden. Und hier kommt die ehrliche Ansage: Es ist eher „fahren und genießen” als ein Action-Abenteuer. Es ist windig, Sie haben Weitsicht, Sonne, blauen Himmel und ein herrliches Gefühl von Freiheit. Doch von diesen acht Stunden sind wir vielleicht ein bis zwei Stunden selbst gefahren, Fotopausen eingerechnet. Der Rest? Transfer, Show und Verkaufspausen.
Beim Start dachten wir, wir wären in einer Kleingruppe und würden durch die Dünen ballern. Am Ende waren es 70 bis 80 Leute im Camp, die gemeinsam gesammelt und später gemeinsam heimgeschickt wurden. Für Familien mit sehr kleinen Kindern ist das eine lange, anstrengende Tour. Größere Kinder ab etwa acht Jahren finden das Fahren und den Sonnenuntergang aber oft klasse.

6.1 Das Beduinendorf: Show oder Kulturerlebnis?
Nach dem Fahren ging es mit den Jeeps ins Beduinendorf. Ich hatte auf Skorpione, Schlangenbändiger und echte Kultur gehofft. Die Realität sah anders aus. Man wird durch mehrere Hütten geführt, die sich schnell als Verkaufsstände entpuppen. Kamelreiten war inklusive, doch die Tiere trugen Maulkörbe und wirkten gestresst. Betreut wurden sie von Kindern, wieder dieses Thema Kinderarbeit. Das Highlight war eindeutig die Feuershow, wirklich sehenswert. Ob sich dieser Programmpunkt lohnt? Für die Show ja, für den Rest eher nicht.
7. Bootstouren und das Rote Meer: Entspannung für die ganze Familie
Wenn Sie mit Kindern reisen, sind Bootstouren unsere klare Empfehlung. Sie gehören zu den ruhigsten Ausflugsmöglichkeiten Hurghada, denn hier wird man weitgehend in Ruhe gelassen, ganz anders als auf der Safari. Schnorcheln an bunten Riffen, das kristallklare Wasser, der Steg am eigenen Strandabschnitt des Hotels. Das ist genau die Art von Erlebnis, die Kindern strahlende Augen macht. Und ehrlich, gibt es einen schöneren Anblick?
Denken Sie an ausreichend Sonnenschutz, denn auf dem Wasser unterschätzt man die Sonne gewaltig. Eine eigene Schnorchelbrille für jedes Kind, Wasserschuhe und ein Sonnenhut gehören ins Gepäck. Kopfbedeckung und Nachcreme kaufen Sie vor Ort günstiger. Diese Touren sind entspannt, familienfreundlich und für uns das Herzstück eines gelungenen Hurghada Tagesausflugs.
8. Authentisch unterwegs: Altstadt, Moschee und Fischmarkt
Zum Ende unseres Urlaubs waren wir mit einem einheimischen Freund unterwegs: in lokalen Restaurants, in der Moschee und auf dem Fischmarkt. Das war der authentischste Teil der Reise. Der große Vorteil einer lokalen Begleitung: Wir wurden fast gar nicht mehr angesprochen. Unser Kumpel schirmte uns ab und machte den Verkäufern klar, dass wir keine typischen Touristen zum Abkassieren waren.
Für Familien ist das ein echtes Kulturerlebnis abseits der ausgetretenen Pfade. Ihre Kinder sehen, wie das Land wirklich tickt. Aber seien Sie vorbereitet: Beim Essen bei Einheimischen sind die Hygienestandards einfacher. Als ich das letzte Mal dort war, sah es am vierten Tag ehrlich gesagt etwas anders aus als am Hotelbuffet. Bei sehr empfindlichen Kindermägen sollten Sie hier vorsichtig auswählen.

9. Shopping-Tipps und praktische Empfehlungen vor Ort
Direkt gegenüber vom Giftun Resort gibt es zwei Läden, die wir empfehlen können. Der eine führt genau den Kleinkram, an den man in Deutschland nie denkt: Aftersun, Aloe Vera und Alltagshelfer, die im Urlaub das Leben erleichtern. Der andere ist ein Klamottenladen mit besonders netten Verkäufern, mit denen wir an mehreren Abenden bei einem Tee zusammensaßen und lange geplaudert haben. Schöne Momente. Solche Begegnungen bleiben.
Ein konkretes Preisbeispiel: Für ein Bandana-Tuch und eine Sonnenbrille verlangte man zunächst 1500 ägyptische Pfund. Wir handelten auf 1000 herunter, das sind etwa 20 Euro. Immer noch ein guter Gewinn für den Verkäufer, für uns aber völlig in Ordnung. Handeln Sie freundlich, aber wenn ein Verkäufer zu aufdringlich wird, ignorieren Sie ihn einfach. Und noch einmal: Sie machen nichts falsch, wenn Sie ohne Kauf weitergehen.
10. Ist Hurghada sicher? Fazit für Familien mit Kindern
Insgesamt fühlten wir uns in Hurghada sicher. Im Hotel und auf organisierten Touren gab es keinen Moment, in dem wir uns unwohl fühlten. Die Kontrollen und das Foto-Verbot am Flughafen wirken zunächst streng, sind aber reine Routine. Draußen wird man häufig angesprochen, doch echte Bedrohung erlebten wir nie. Einzig ein Taxifahrer bot uns eines Abends unangenehmerweise Drogen an. Aber das kam nur ein einziges Mal vor.
Für wen lohnt sich der Urlaub? Für Familien, die eine Balance suchen aus entspanntem Hotelaufenthalt und echter Erkundung des Landes. Wer nur am Pool liegen und nichts vom Trubel mitbekommen möchte, ist im Resort bestens aufgehoben. Wer aber neugierig ist, findet in den Ausflugsmöglichkeiten Hurghada echte Highlights. Unsere Empfehlung für Familien: Bootstouren stehen ganz oben, die Altstadt-Tour mit lokaler Begleitung ist ein Erlebnis, und die Wüstensafari nehmen Sie einmal als Erfahrung mit, ohne zu große Erwartungen. So wird Ihr Urlaub eine runde Sache. Ende gut, alles gut.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Ausflügen in Hurghada
Ist Hurghada für Familien mit Kindern sicher?
Ja, im Hotelbereich und auf organisierten Touren fühlten wir uns durchweg sicher. Es gibt zwar Kontrollen und ein Foto-Verbot am Flughafen, doch das Personal ist zurückhaltend. Draußen wird man häufiger angesprochen, aber echte Bedrohung erlebten wir nie.
Welche Ausflugsmöglichkeiten in Hurghada eignen sich am besten für Kinder?
Bootstouren und kürzere Halbtagesausflüge sind ideal, weil man in Ruhe gelassen wird und viel Zeit im Wasser verbringen kann. Die 8-stündige Wüstensafari ist für kleine Kinder oft zu lang und anstrengend.
Wie viel kosten Hurghada Touren und Tagesausflüge?
Je nach Tour liegen die Preise vor Ort meist zwischen 20 und 45 Euro pro Person. Eine Buchung direkt in Hurghada ist fast immer günstiger als das Zubuchen über den Pauschalveranstalter.
Muss ich bei Ausflügen viel Trinkgeld geben?
Trinkgeld wird stark thematisiert, ist aber freiwillig. Wir unterschieden zwischen ehrlichen, freundlichen Menschen und reinen Verkaufsmaschen. Ein paar Pfund für guten Service sind fair, verpflichtet fühlen sollten Sie sich nicht.
Lohnt sich die Wüstensafari als Tagesausflug?
Als einmaliges Erlebnis ja, wegen Weitsicht und Sonnenuntergang. Erwarten Sie aber kein Action-Abenteuer: Nur ein bis zwei Stunden fährt man selbst, der Rest sind Transfer, Show und Verkaufspausen.
Wie gehe ich mit aufdringlichen Verkäufern um?
Ein klares La Schukran (nein danke) auf Arabisch wirkt Wunder. Bei sehr aufdringlichen Verkäufern hilft konsequentes Ignorieren. Kaufen Sie niemals etwas aus Mitleid, besonders nicht bei Kindern.
Brauche ich vor Ort Bargeld für Ausflüge und Visum?
Ja. Das Visum muss bar bezahlt werden. Heben Sie ausreichend Bargeld direkt am Flughafen ab, dort sind die Gebühren deutlich niedriger als am Hotelautomaten.
Ist das Essen bei Einheimischen und auf Ausflügen für empfindliche Mägen geeignet?
Das Hotelbuffet war selbst für unsere sensiblen Mägen völlig unproblematisch. Beim Essen bei Einheimischen sollten Sie vorsichtiger sein und auf einfachere Hygienestandards vorbereitet sein.